Miles & More, Flying Blue, Avios oder KrisFlyer: Welches Programm passt zu deinem Reiseprofil?
26. August 2026 · 18 Min. Lesezeit · Leonardo Rupprecht
Du hast beschlossen, Meilen zu sammeln — und stehst jetzt vor der Frage, die in Foren regelmäßig Threads mit hunderten Antworten produziert: In welches Programm sollen die Meilen eigentlich fließen? Miles & More wirkt naheliegend, weil Lufthansa nun mal die größte Airline im deutschsprachigen Raum ist. Aber dann liest du von hohen Zuschlägen und dynamischen Preisen, jemand schwärmt von Flying Blue Promo Rewards, ein anderer von Avios oder KrisFlyer. Und du fragst dich: Gilt das auch für mich — oder nur für Leute mit anderem Wohnort, anderem Reiseverhalten und anderen Karten im Portemonnaie?
Genau das ist der Punkt: Es gibt kein „bestes” Vielfliegerprogramm. Es gibt nur das Programm, das zu deinem Profil passt. Dieser Artikel ist deshalb kein Ranking, sondern eine Zuordnungshilfe. Du beantwortest ein paar Fragen zu deinem Reiseverhalten, und wir ordnen dir die vier für den DACH-Raum wichtigsten Programme zu — mit ehrlichen Schwächen, denn jedes der vier hat welche.
Kurz gesagt: - Miles & More passt, wenn du ohnehin meist Lufthansa, SWISS oder Austrian fliegst und im Alltag über Payback und Kreditkarten sammelst — trotz spürbarer Verschlechterungen seit Juni 2025. - Flying Blue passt, wenn du flexibel bist, gern über Paris oder Amsterdam fliegst und mit den monatlichen Promo Rewards günstig Langstrecke buchen willst — besonders mit Amex-Punkten (Transfer 5:4). - Avios (British Airways Club) passt für Familien und Amex-Sammler, die Wert auf planbare Festpreise, ein Haushaltskonto und Partner wie Qatar Airways legen. - KrisFlyer passt, wenn du auf Premium-Langstrecke sparst und bereit bist, für Singapore-Airlines-Qualität den fixen 36-Monats-Verfall in Kauf zu nehmen.
Stand: August 2026. Meilenwerte, Transferverhältnisse, Statusregeln und Aktionen ändern sich laufend — Miles & More hat z. B. erst im Juni 2025 sein Preissystem umgebaut. Maßgeblich sind immer die aktuell geltenden Bedingungen des jeweiligen Programms.
Warum die Programmwahl wichtiger ist als die Kartenwahl
Meilen sind keine Währung, die du beliebig hin- und herschieben kannst. Wenn deine Meilen einmal bei Miles & More liegen, kannst du sie nicht zu Flying Blue umziehen. Die Entscheidung, wohin dein Alltags-Sammeln (Kreditkarte, Payback, Shopping) und deine Flüge fließen, triffst du praktisch nur einmal — und sie bestimmt für Jahre, was du am Ende dafür bekommst.
Dabei hilft ein Gedanke, der vielen Einsteigern nicht bewusst ist: Du musst nicht im Programm der Airline sammeln, mit der du fliegst. Innerhalb einer Allianz (Star Alliance, SkyTeam, oneworld) kannst du Flüge fast immer dem Partnerprogramm deiner Wahl gutschreiben lassen — einen Lufthansa-Flug also z. B. auch KrisFlyer. Welche Airline wie viel wo gutschreibt, verrät das Tool Where to Credit — dazu planen wir einen eigenen Guide.
Die vier Programme dieses Vergleichs decken die drei großen Allianzen ab:
| Programm | Airline(s) | Allianz | Wichtigste Hubs für DACH |
|---|---|---|---|
| Miles & More | Lufthansa, SWISS, Austrian, Brussels u. a. | Star Alliance | Frankfurt, München, Zürich, Wien |
| Flying Blue | Air France, KLM, Transavia | SkyTeam | Paris CDG, Amsterdam |
| British Airways Club (Avios) | British Airways; Avios auch bei Iberia, Qatar, Aer Lingus, Finnair, Vueling | oneworld | London Heathrow, Madrid, Doha, Helsinki |
| KrisFlyer | Singapore Airlines | Star Alliance | Singapur (ab FRA, MUC, ZRH direkt angeflogen) |
Der Selbsttest: 5 Fragen zu deinem Reiseprofil
Nimm dir zwei Minuten und notiere deine Antworten — die Auswertung folgt direkt danach.
Frage 1: Was ist dein Heimatflughafen? - A) Frankfurt, München, Zürich oder Wien (Lufthansa-Group-Hub) - B) Ein Flughafen mit guter Air-France/KLM-Anbindung (z. B. Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart — fast alle deutschen Flughäfen haben KLM/AF-Zubringer) - C) Egal — ich bin flexibel und nehme auch einen Umsteigeflug in Kauf
Frage 2: Wie sieht dein typisches Flugjahr aus? - A) Überwiegend Europa, 2–6 Flüge im Jahr - B) 1–2 Langstrecken (Urlaub), Rest Europa - C) Mehrere Langstrecken, teils beruflich, gern in Business
Frage 3: Hast du bereits Amex Membership Rewards Punkte oder planst du eine Amex? - A) Ja, ich sammle (oder will sammeln) hauptsächlich über Amex - B) Nein, ich sammle über Payback, Miles-&-More-Kreditkarte oder gar nicht im Alltag - C) Weiß noch nicht
Frage 4: Wie flexibel bist du bei Reisedaten und Zielen? - A) Sehr — ich buche gern das, was gerade günstig ist - B) Eingeschränkt — Schulferien, feste Urlaubszeiten, feste Ziele - C) Gar nicht — Termine stehen fest, das Ziel auch
Frage 5: Wofür willst du Meilen hauptsächlich einlösen? - A) Möglichst oft fliegen, gern Economy — Hauptsache günstig - B) Ab und zu ein Upgrade oder ein besonderer Business-Class-Flug - C) Premium-Langstrecke (Business/First) als Ziel des ganzen Sammelns
Auswertung in Kurzform: A bei Frage 1 und B bei Frage 3 sprechen für Miles & More. A bei Frage 3 und 4 spricht für Flying Blue. Familien mit B bei Frage 4 und Amex-Punkten landen oft bei Avios; C bei Frage 5 plus Flexibilität führt zu KrisFlyer. Warum das so ist — jetzt im Einzelnen.
Miles & More: der Heimvorteil — mit frischen Kratzern
Grundmechanik: Miles & More trennt seit der Programmreform Prämienmeilen von Points und Qualifying Points — Meilen sind die Währung zum Einlösen, Points zählen für den Status. Prämienmeilen auf Lufthansa-Group-Flügen gibt es umsatzbasiert: Ticketpreis mal Faktor 4, mit Frequent-Traveller-, Senator- oder HON-Status mal Faktor 5 bis 6 (Stand: August 2026).
Verfall: Meilen verfallen 36 Monate nach Gutschrift zum Quartalsende. Statuskunden sind geschützt; außerdem schützt in Deutschland eine Miles-&-More-Kreditkarte die Meilen vor dem Verfall — die offizielle Hilfeseite spricht hier allerdings nur von „bestimmten Bedingungen”, üblicherweise wird ein regelmäßiger Karteneinsatz verlangt. Prüfe die genauen Bedingungen deiner Karte, bevor du dich darauf verlässt.
Die große Stärke liegt im Alltag: Kein anderes der vier Programme ist im deutschsprachigen Raum ohne Flüge so leicht zu befüllen. Payback-Punkte wandern ab 200 Punkten im Verhältnis 1:1 zu Miles & More — dein Supermarkt-Einkauf wird also buchstäblich zu Meilen. Dazu kommen Kreditkarten, Zeitschriften-Abos und Shopping-Partner. Und natürlich: Wer ab Frankfurt, München, Zürich oder Wien fliegt, kommt am Lufthansa-Group-Netz kaum vorbei.
Die Schwächen sind seit Juni 2025 deutlich größer geworden. Zum 3. Juni 2025 hat Miles & More die Meilenpreise für Prämienflüge auf Lufthansa, SWISS, Austrian und Lufthansa City an den realen Ticketpreis gekoppelt — Dynamic Pricing bedeutet vereinfacht gesagt: Wird das Cash-Ticket teurer, wird auch der Prämienflug teurer. Feste Award Charts gelten nur noch für Partnerairlines, und auch die wurden in Business und First um bis zu 40 % angehoben. Die beliebten klassischen Meilenschnäppchen gibt es bei Lufthansa, SWISS und Austrian nicht mehr — die Nachfolge-Aktionen („Award Flight Highlights”) sind kein gleichwertiger Ersatz; klassische Schnäppchen existieren nur noch bei kleineren Partnern wie Brussels Airlines, LOT oder Discover. Dazu kommen weiterhin hohe Zuschläge: Bei Langstrecken-Prämienflügen können mehrere hundert Euro an Steuern, Gebühren und Zuschlägen fällig werden.
Kurzprofil: Stark im Sammeln (Payback, Alltag, Heimatmarkt), schwächer geworden im Einlösen. Miles & More ist 2026 eher das Programm, in dem Meilen bequem entstehen — nicht mehr das, in dem sie am meisten wert sind.
Flying Blue: das Schnäppchen-Programm für Flexible
Grundmechanik: Flying Blue, das gemeinsame Programm von Air France und KLM, schreibt Meilen ebenfalls umsatzbasiert gut: 4 Meilen pro Euro Ticketpreis als Explorer (Basisstufe), bis zu 8–9 Meilen mit hohem Status. Der Status selbst läuft über Experience Points (XP): 100 XP für Silver, weitere 180 für Gold, dann 300 für Platinum — XP gibt es pro Flug, gestaffelt nach Distanz und Kabine. Das System gilt als eines der transparentesten in Europa und ist auch für Wenigflieger erreichbar, weil sich XP planbar erfliegen lassen.
Verfall: Meilen verfallen nach 24 Monaten ohne Aktivität — aber jede Meilengutschrift setzt die Uhr für dein gesamtes Guthaben zurück. Seit Mai 2026 zählen dafür praktisch alle Sammelaktivitäten, auch Partner- und Transferaktivitäten. Für Amex-Sammler heißt das: Ein kleiner Punktetransfer alle zwei Jahre genügt, um den Verfall zu stoppen.
Die große Stärke sind die Promo Rewards: jeden Monat neue Prämienflug-Angebote mit typischerweise 25 % Rabatt — im August 2026 z. B. Transatlantik-Premium-Economy ab 30.000 Meilen oder Business-Langstrecke ab 63.750 Meilen, Zubringer ab deutschen Flughäfen eingeschlossen. Wer flexibel ist und regelmäßig auf die Monatsliste schaut, fliegt mit Flying Blue messbar günstiger als mit Miles & More. Dazu kommt die Amex-Anbindung: In Deutschland transferieren Membership Rewards im Verhältnis 5:4 zu Flying Blue — einer der besten Airline-Transferwege, die es hierzulande gibt.
Die Schwächen: Auch Flying Blue nutzt für Air-France- und KLM-Flüge dynamische Preise — außerhalb der Promos schwanken Meilenpreise stark, und dieselbe Route kann je nach Datum ein Vielfaches kosten. Auf Langstrecken-Awards kommen laut Fachquellen häufig Zuschläge in der Größenordnung von 250 bis 400 Euro pro Richtung hinzu (Stand der Quelle: 2025; die genaue Höhe variiert je Route und ließ sich nicht pauschal verifizieren). Und: Ab DACH fliegst du fast immer mit Umstieg in Paris oder Amsterdam.
Kurzprofil: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für flexible Selbstzahler mit Amex — wenn dich der Umstieg am Hub und die Datumsabhängigkeit nicht stören.
Avios (British Airways Club): das Familien- und Festpreis-System
Grundmechanik: Avios ist die gemeinsame Währung von British Airways, Iberia, Qatar Airways, Aer Lingus, Finnair und Vueling — und lässt sich zwischen den Programmen 1:1 verschieben. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal: Du sammelst eine Währung und suchst dir beim Einlösen das Programm mit dem besten Preis aus. Prämienflüge werden distanzbasiert bepreist — der Meilenpreis hängt von der Flugentfernung ab, mit Peak- und Off-Peak-Terminen, nicht vom Ticketpreis. Das macht Avios planbar: Du weißt vorher, was ein Flug kostet.
Wichtig zu wissen: Das Programm wurde umgebaut. Aus dem Executive Club wurde 2025 der British Airways Club, und seit dem 1. April 2025 gibt es Tier Points nur noch nach Umsatz — 1 Tier Point pro Pfund, mit Schwellen von 3.500 (Bronze), 7.500 (Silver) und 20.000 (Gold). Für Statusjäger aus DACH ist BA damit deutlich unattraktiver geworden. Am Avios-Sammeln und -Einlösen hat sich dadurch aber nichts Grundlegendes geändert.
Die großen Stärken: Erstens der Household Account — bis zu sieben Personen legen ihre Avios in einen Topf, seit 2021 sogar ohne gemeinsame Adresse. Für Familien ist das Gold wert, weil Kinder-Avios nicht mehr einzeln verfallen oder verwaisen. Zweitens der Reward Flight Saver: Auf Kurz- und Mittelstrecke deckelt BA die Zuzahlung auf einen kleinen Festbetrag. Drittens die Partnervielfalt: Mit Avios buchst du Qatar Airways nach Asien (oft mit moderaten Gebühren über den Privilege Club), Iberia nach Südamerika oder Finnair über Helsinki. Und viertens die Amex-Anbindung: Membership Rewards transferieren in Deutschland 5:4 zum British Airways Club und zu Iberia Plus sowie 3:2 zum Qatar Privilege Club.
Die Schwächen: Ab Deutschland, Österreich oder der Schweiz fliegst du mit BA praktisch immer über London, mit Iberia über Madrid — es gibt keinen Heimvorteil. Avios verfallen nach 36 Monaten Inaktivität (jede Aktivität verlängert). Und British Airways selbst erhebt auf eigenen Langstrecken-Awards hohe Zuschläge — der bekannteste Kritikpunkt am Programm. Die Kunst besteht darin, Avios bei den „richtigen” Partnern einzulösen statt auf BA-Langstrecke.
Kurzprofil: Die flexibelste und planbarste Meilenwährung für Amex-Sammler und Familien — aber ohne Direktflug-Heimvorteil ab DACH.
KrisFlyer: das Premium-Programm für Geduldige
Grundmechanik: KrisFlyer ist das Programm von Singapore Airlines — der Airline, deren Business- und First-Class-Produkte regelmäßig Bestenlisten anführen. Der eigentliche Grund, KrisFlyer zu sammeln, ist genau das: Saver-Prämienflüge in Singapore-Airlines-Premiumkabinen sind fast ausschließlich über das eigene Programm sinnvoll buchbar, weil Singapore Airlines Partnerprogrammen kaum Premium-Kontingente freigibt. KrisFlyer nutzt feste Award Charts mit vier Preisstufen: Saver (Standardpreis, begrenzte Plätze), Advantage (rund 80 % teurer, bessere Verfügbarkeit), dazu Access und Promo. Kein volles Dynamic Pricing — ein Pluspunkt für Planbarkeit. Auf eigenen Flügen erhebt Singapore Airlines keine Treibstoffzuschläge auf Prämientickets; du zahlst im Wesentlichen Steuern und Flughafengebühren.
Dazu kommen die Spontaneous Escapes: monatlich wechselnde Ziele mit 30 % Rabatt auf Saver-Awards für Reisen im Folgemonat — auch im August 2026 wieder aufgelegt. Als Star-Alliance-Programm kannst du mit KrisFlyer-Meilen außerdem Lufthansa, SWISS & Co. buchen — allerdings nur zu Saver-Preisen und teils mit Zuschlägen der Partner.
Erreichbarkeit ab DACH: Singapore Airlines fliegt ab Frankfurt, München und Zürich direkt nach Singapur. Ohne Flüge füllst du das Konto in Deutschland vor allem über Amex: Membership Rewards transferieren 3:2 zu KrisFlyer (Mindesttransfer 1.500 Punkte, Dauer bis zu 15 Werktage — für spontane Buchungen ein echtes Handicap).
Die große Schwäche ist der Verfall: KrisFlyer-Meilen verfallen fix 36 Monate nach Gutschrift — Monat für Monat, unabhängig von jeder Aktivität. Keine Kreditkarte, kein Einkauf verlängert sie; nur PPS-Club-Status (den in DACH kaum jemand erreicht) schützt, und eine einmalige kostenpflichtige Verlängerung um 6–12 Monate kostet 1.200 Meilen bzw. rund 12 US-Dollar pro 10.000 Meilen. KrisFlyer ist deshalb nichts für Gelegenheitssammler, die „irgendwann mal” einlösen wollen: Du transferierst Amex-Punkte am besten erst, wenn die Buchung konkret ansteht. Zweite Schwäche: Saver-Verfügbarkeit in Business/First ab Europa ist begrenzt und will früh oder flexibel gesucht werden.
Kurzprofil: Das Zielprogramm für alle, die auf ein Premium-Erlebnis hinsparen — mit strengem Ablaufdatum und ohne Alltagssammel-Ökosystem in DACH.
Die vier Programme im direkten Vergleich
| Miles & More | Flying Blue | Avios (BA Club) | KrisFlyer | |
|---|---|---|---|---|
| Allianz | Star Alliance | SkyTeam | oneworld | Star Alliance |
| Prämienpreise | Dynamisch (LH-Group), Chart bei Partnern | Dynamisch, monatliche Promo Rewards (−25 %) | Distanzbasierter Festpreis, Peak/Off-Peak | Feste Charts (Saver/Advantage), Spontaneous Escapes (−30 %) |
| Zuschläge | Hoch | Mittel bis hoch (Langstrecke) | Hoch auf BA-Metall, niedrig bei RFS/einigen Partnern | Keine auf SQ-Flügen, Steuern bleiben |
| Verfall | 36 Monate, Schutz per Status/Kreditkarte | 24 Monate Inaktivität, jede Aktivität rettet alles | 36 Monate Inaktivität | 36 Monate fix, kaum Schutz |
| Amex-Transfer (DE) | Nur Umweg Payback (3:1, effektiv) | 5:4 | 5:4 (BA/Iberia), 3:2 (Qatar) | 3:2 |
| Sammeln ohne Flüge (DACH) | Sehr gut (Payback 1:1, Karten, Abos) | Gut (Amex) | Gut (Amex) | Mäßig (nur Amex, langsamer Transfer) |
| Besonderheit | Heimatmarkt, Statuswelt FTL/SEN/HON | XP-Statussystem, Promo Rewards | Household Account (7 Personen), 1:1-Transfer zwischen Avios-Programmen | Beste eigene Premiumkabinen |
Wenn du … dann: die Zuordnungstabelle
| Wenn du … | … dann |
|---|---|
| ab Frankfurt/München/Zürich/Wien fliegst und im Alltag mit Payback sammelst | Miles & More — der Sammel-Heimvorteil überwiegt trotz der 2025er-Verschlechterungen |
| Lufthansa-Group-Status (FTL/SEN) anstrebst, weil du oft beruflich fliegst | Miles & More — Status geht nur im „eigenen” Programm; Meilen kannst du trotzdem woanders parken |
| flexibel bist und mit möglichst wenig Meilen Langstrecke fliegen willst | Flying Blue — Promo Rewards jeden Monat prüfen, Amex 5:4 als Nachschub |
| Amex-Punkte hast, aber keine Lust auf Verfalls-Management | Flying Blue oder Avios — beide halten Meilen mit minimaler Aktivität am Leben |
| als Familie mit Kindern sammelst und gemeinsam einlösen willst | Avios — Household Account mit bis zu 7 Personen |
| planbare Festpreise willst statt schwankender dynamischer Preise | Avios oder KrisFlyer — beide arbeiten mit (weitgehend) festen Charts |
| von einem Business-/First-Erlebnis auf einer Top-Airline träumst | KrisFlyer — aber erst transferieren, wenn die Buchung ansteht |
| kaum fliegst und nur nebenbei sammelst | Miles & More (mit Verfallsschutz per Kreditkarte) oder Flying Blue — KrisFlyer scheidet wegen des fixen Verfalls aus |
Vier Beispielprofile aus der Praxis
Profil 1 — Katrin, 41, München, Familie, 1 Fernreise pro Jahr: Katrin fliegt fast nur ab München, sammelt Payback-Punkte beim Wocheneinkauf und hat keine Amex. Für sie ist Miles & More gesetzt: Payback wandert 1:1 ins Meilenkonto, die Miles-&-More-Kreditkarte schützt vor dem Verfall, und ab München fliegt die Familie ohnehin meist Lufthansa. Sie sollte nur wissen: Für den jährlichen Fernreisen-Award lohnt der Blick auf Partnerairlines mit festem Chart — die dynamischen Lufthansa-Preise sind in den Ferien oft unattraktiv.
Profil 2 — Deniz, 33, Berlin, Amex-Sammler, reist zu zweit und flexibel: Deniz hat eine Amex mit sechsstelligem Membership-Rewards-Guthaben und keine Lust auf feste Reisedaten. Sein Programm ist Flying Blue: Ab Berlin gibt es dichte KLM/Air-France-Zubringer, der Transfer läuft 5:4, und mit den monatlichen Promo Rewards kommt er regelmäßig für 30.000–65.000 Meilen über den Atlantik. Die Punkte bleiben bis zur konkreten Buchung sicher auf der Amex — das umgeht auch das Verfallsthema fast vollständig.
Profil 3 — Familie Huber, Wien, zwei Kinder, Sommerferien fix: Die Hubers können nur in den Ferien reisen — dynamische Preise treffen sie deshalb mit voller Wucht. Ihre Lösung: Avios mit Household Account. Alle vier sammeln in einen Topf (Amex-Transfers 5:4), eingelöst wird zum planbaren Distanz-Festpreis — etwa Qatar Airways ab Wien Richtung Asien oder Iberia Richtung Südamerika, wo die Zuschläge moderater sind als auf BA-Langstrecke. Peak-Preise in den Ferien sind zwar höher, aber vorher bekannt.
Profil 4 — Jonas, 38, Frankfurt, Vielflieger mit Senator-Ambitionen und Premium-Traum: Jonas fliegt beruflich oft Lufthansa und will den Senator-Status — dafür führt kein Weg an Miles & More vorbei, denn Statuspunkte gibt es nur dort. Seine Prämienstrategie fährt er aber zweigleisig: Amex-Punkte transferiert er nicht über den schwachen Payback-Umweg zu Miles & More, sondern 3:2 zu KrisFlyer, sobald er Saver-Verfügbarkeit in der Singapore-Airlines-Business ab Frankfurt gefunden hat. Status beim Heimatprogramm, Einlöse-Highlights beim Spezialisten — für Vielflieger oft die beste Kombination.
Wann lohnt sich welches Programm NICHT?
Ehrlichkeit gehört dazu — jedes der vier Programme ist für bestimmte Profile die falsche Wahl:
- Miles & More lohnt sich nicht, wenn dein Hauptziel günstige Premium-Prämienflüge sind und du flexibel bist: Seit dem Wegfall der klassischen Meilenschnäppchen bei Lufthansa, SWISS und Austrian und der Umstellung auf dynamische Preise bekommst du für dieselbe Meilenmenge bei Flying Blue oder KrisFlyer oft deutlich mehr Flug. Auch als reiner Amex-Sammler ist der Payback-Umweg mit effektiv 3:1 einer der schwächsten Transferwege.
- Flying Blue lohnt sich nicht, wenn du an Schulferien und feste Ziele gebunden bist — außerhalb der Promo Rewards können dynamische Preise und Zuschläge den Wert stark drücken. Und wer Direktflüge ab FRA/MUC/ZRH/VIE will, umsteigt hier immer.
- Avios lohnt sich nicht, wenn du hauptsächlich BA-Langstrecke ab London im Blick hast (Zuschläge!) oder ohne Amex sammelst — ohne Membership Rewards ist die Währung aus DACH nur mühsam zu befüllen. Der BA-Status ist seit der Umsatz-Umstellung 2025 für DACH-Reisende kaum noch sinnvoll erreichbar.
- KrisFlyer lohnt sich nicht, wenn du unregelmäßig sammelst und nicht weißt, wann du einlöst: Der fixe 36-Monats-Verfall kennt kein Pardon. Auch für reine Europa-Flieger bietet das Programm wenig.
Transparenz: PunkteRadar kann über einige Links Provisionen erhalten. Das beeinflusst nicht unsere Bewertung. Wir empfehlen Programme oder Karten nur dann, wenn sie aus unserer Sicht zum jeweiligen Nutzerprofil passen. Wenn sich eine Option für dich nicht lohnt, sagen wir das ebenfalls — wie in diesem Artikel bei allen vier Programmen geschehen.
Fazit: Dein Profil entscheidet — nicht das Ranking
Wenn du nur einen Gedanken mitnimmst, dann diesen: Wähle dein Programm nach dem, was du einlösen willst und wie du sammelst — nicht nach der Airline, die zufällig an deinem Flughafen steht. Für das Payback-und-Lufthansa-Profil bleibt Miles & More trotz der 2025er-Abwertungen die pragmatische Wahl. Für flexible Amex-Sammler spricht vieles für Flying Blue, für Familien und Festpreis-Fans für Avios, für Premium-Träumer mit Disziplin für KrisFlyer. Und niemand zwingt dich zur Monogamie: Status beim Heimatprogramm, Amex-Punkte flexibel halten und erst zum besten Einlöseweg transferieren — diese Kombination schlägt jedes Einzelprogramm.
FAQ
Kann ich Meilen von einem Programm ins andere übertragen? Nein, zwischen Airline-Programmen (etwa Miles & More zu Flying Blue) gibt es keinen Transfer. Nur innerhalb der Avios-Welt (British Airways, Iberia, Qatar, Aer Lingus, Finnair) lassen sich Punkte 1:1 verschieben. Deshalb sind Amex Membership Rewards so wertvoll: Sie bleiben flexibel, bis du dich entscheidest.
Welches Programm ist am besten, wenn ich schon Amex-Punkte habe? In Deutschland transferieren Membership Rewards 5:4 zu Flying Blue, British Airways Club, Iberia und SAS EuroBonus, 3:2 zu KrisFlyer, Qatar und Cathay (Stand: August 2026). Miles & More geht nur über den Payback-Umweg mit effektiv 3:1 — meist der schlechteste Weg. Flying Blue und Avios sind für Amex-Sammler in der Regel die erste Wahl.
Verfallen meine Meilen, wenn ich ein Jahr nicht fliege? Kommt aufs Programm an: Bei Flying Blue und Avios hält jede beliebige Aktivität (auch ein kleiner Punktetransfer) das gesamte Guthaben am Leben. Bei Miles & More verfallen Meilen nach 36 Monaten, außer du hast Status oder eine schützende Kreditkarte. Bei KrisFlyer verfallen Meilen fix 36 Monate nach Gutschrift — ohne Ausnahme für Normalmitglieder.
Kann ich Lufthansa-Flüge einem anderen Programm gutschreiben lassen? Ja. Lufthansa gehört zur Star Alliance, also kannst du Flüge z. B. auch KrisFlyer gutschreiben lassen — wie viel es wo gibt, hängt von der Buchungsklasse ab (siehe Where to Credit). Statuspunkte für den Lufthansa-Status gibt es allerdings nur bei Miles & More.
Lohnt sich Miles & More nach den Änderungen von Juni 2025 überhaupt noch? Für das Sammeln im Alltag (Payback 1:1, Kreditkarten) und für Statuskunden: ja. Fürs reine Einlösen ist das Programm schwächer geworden — dynamische Preise auf Lufthansa/SWISS/Austrian, Partner-Charts bis zu 40 % teurer, klassische Meilenschnäppchen weitgehend gestrichen. Wer primär günstige Prämienflüge sucht, fährt mit Flying Blue oder KrisFlyer oft besser.
Brauche ich mehrere Programme gleichzeitig? Als Einsteiger reicht eines — das aus deiner Zuordnungstabelle. Fortgeschrittene fahren oft zweigleisig: ein Programm für Status und Alltagssammeln (in DACH meist Miles & More), dazu Amex-Punkte als flexible Reserve für Flying Blue, Avios oder KrisFlyer, je nach Einlöseziel.
Quellen
- Miles & More: Gültigkeit von Prämienmeilen
- Miles & More: Meilen und Points für Flüge berechnen
- Miles & More: Meilen vor dem Verfall schützen
- Payback: Punkte in Miles & More Meilen umwandeln
- travel-dealz: Miles & More — Entwertung und dynamische Meilenwerte ab Juni 2025
- meilenoptimieren: Zukunft der Miles & More Meilenschnäppchen
- reisetopia: Flying Blue — alle Informationen
- KLM: Flying-Blue-Mitgliedsstatus und Erfahrungspunkte (XP)
- skystatus.pro: Flying Blue Guide und Verfalls-FAQ
- Frankfurtflyer: Flying Blue Promo Rewards (August 2026)
- AwardFares: From Executive Club to British Airways Club
- British Airways: Household Accounts
- Head for Points: How to open a British Airways Club Household Account (Februar 2026)
- Frequent Miler: Complete Guide to Avios
- MileLion: KrisFlyer Promo, Saver, Advantage and Access awards
- MileLion: What to do with expiring KrisFlyer miles (Dezember 2025)
- Singapore Airlines: KrisFlyer Spontaneous Escapes
- Mainly Miles: Spontaneous Escapes September 2026
- travel-insider: Amex Membership Rewards Transferpartner in Deutschland 2026
- reisetopia: Amex Transferpartner Deutschland
- AwardWallet: Programme ohne Award-Zuschläge
- Where to Credit
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