Prämienmeilen, Statusmeilen, Qualifying Points: Was ist was bei Miles & More?
26. August 2026 · 18 Min. Lesezeit · Leonardo Rupprecht
Du öffnest deinen Miles-&-More-Kontoauszug und siehst dort vier verschiedene Zahlen: Meilen, Points, Qualifying Points — und vielleicht sogar HON Circle Points. Irgendwo hast du noch den Begriff „Statusmeilen” im Kopf, weil ihn ein Kollege benutzt oder ein älterer Blogartikel erwähnt. Und jetzt fragst du dich: Was davon kann ich eigentlich für einen Flug einlösen? Was davon bringt mich zum Vielfliegerstatus? Und warum reden alle von einer „Reform”?
Diese Verwirrung ist kein Zufall und kein persönliches Versäumnis. Miles & More hat sein Statussystem zum 1. Januar 2024 komplett umgebaut, und seitdem existieren zwei Begriffswelten parallel: die alte (Statusmeilen, HON Circle Meilen), die in Foren, Gesprächen und älteren Artikeln weiterlebt — und die neue (Points, Qualifying Points, HON Circle Points), die tatsächlich gilt. Genau diese Doppelwelt sortieren wir in diesem Artikel einmal vollständig. Danach kannst du jede Zeile deines Kontoauszugs einordnen — versprochen.
Kurz gesagt: Bei Miles & More gibt es heute drei getrennte „Währungen” mit drei getrennten Aufgaben: - Prämienmeilen sind dein Guthaben. Nur sie kannst du für Prämienflüge, Upgrades und Sachprämien einlösen. Sie verfallen grundsätzlich nach 36 Monaten zum Quartalsende. - Points und Qualifying Points sind dein Statusfortschritt. Sie lassen sich nicht einlösen, sondern zählen pro Kalenderjahr für Frequent Traveller (650 Points + 325 Qualifying Points) und Senator (2.000 + 1.000). - HON Circle Points sind die dritte Kategorie: Es gibt sie nur für Business- und First-Class-Flüge, und nur sie zählen für den HON Circle (6.000 pro Kalenderjahr). - Statusmeilen gibt es seit dem 1. Januar 2024 nicht mehr. Wer den Begriff heute noch verwendet, meint fast immer Points.
Stand: August 2026. Schwellenwerte, Verfallsregeln und Programmbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind immer die aktuell geltenden Bedingungen von Miles & More bzw. des jeweiligen Programms.
Die drei Währungen im Überblick
Am schnellsten versteht man das System, wenn man sich merkt: Eine Währung ist Geld, die anderen sind Fahrkarten zum Status. Prämienmeilen sind das „Geld”, das du ausgeben kannst. Points, Qualifying Points und HON Circle Points sind Zähler, die am Jahresende zeigen, welchen Status du dir erflogen hast — ausgeben kannst du sie nie.
| Währung | Wofür? | Wie sammeln? | Verfall |
|---|---|---|---|
| Prämienmeilen | Prämienflüge, Upgrades, Sachprämien, Cash & Miles | Flüge, Kreditkarte, Payback, Hotels, Mietwagen, Shopping u. v. m. | 36 Monate, zum Quartalsende (Ausnahmen: Status, Kreditkarte) |
| Points | Statusqualifikation (FTL, SEN) | Nur Flüge (alle Reiseklassen), pro Segment nach Klasse und Strecke; kleine Ausnahme: Marriott-Bonvoy-Aufenthalte | zählen pro Kalenderjahr |
| Qualifying Points | Statusqualifikation — stellen sicher, dass genug Flüge bei der Lufthansa Group stattfinden | Nur Flüge mit Lufthansa Group und mitherausgebenden Miles-&-More-Partnern | zählen pro Kalenderjahr |
| HON Circle Points | Nur für den HON-Circle-Status | Nur Business- und First-Class-Flüge (Lufthansa Group / M&M-Partner) | zählen pro Kalenderjahr |
Und die Statusmeilen? Die tauchen in dieser Tabelle bewusst nicht auf — dazu gleich mehr.
Prämienmeilen: dein einlösbares Guthaben
Prämienmeilen sind das, was die meisten meinen, wenn sie von „Meilen sammeln” sprechen. Sie sind die Währung, mit der du bei Miles & More tatsächlich bezahlst: Prämienflüge, Upgrades in eine höhere Klasse, laut Miles & More auch Sachprämien ab 3.000 Meilen oder die Kombination aus Meilen und Geld („Cash & Miles”).
Der große Vorteil der Prämienmeilen: Du kannst sie fast überall sammeln — beim Fliegen, mit einer Miles & More Kreditkarte, über Payback-Punkte, bei Hotel- und Mietwagenpartnern, in Shopping-Portalen oder mit Zeitschriften-Abos. Fürs Sammeln von Prämienmeilen musst du also kein Vielflieger sein. Ob sich das für Wenigflieger überhaupt lohnt, ist eine eigene Frage — die beantworten wir in einem separaten Artikel ehrlich und ohne Verkaufsdruck.
Die Verfallsregel: 36 Monate, Quartalsende
Der wichtigste Haken an Prämienmeilen ist ihr Verfall. Die offizielle Regel laut Miles & More Hilfe: Prämienmeilen sind ab dem Datum der Aktivität 36 Monate gültig und verfallen — sofern nicht genutzt — am Ende des Quartals. Ein Beispiel im Stil von Miles & More: Meilen aus einem Flug im Dezember verfallen 36 Monate später zum 31. Dezember des dritten Folgejahres. Im Online-Kontoauszug siehst du jeweils, welche Meilen zum Ende des laufenden und des folgenden Quartals verfallen.
Es gibt zwei relevante Ausnahmen (offizielle Übersicht zum Meilenschutz):
- Vielfliegerstatus: Wer Frequent Traveller, Senator oder HON Circle Member ist, genießt Meilenschutz — die Meilen verfallen nicht, solange der Status besteht. Fällt der Status weg, greift der Verfall wieder.
- Kreditkarte: Miles & More formuliert offiziell vorsichtig, dass sich der Meilenverfall „in einigen Ländern” mit einer Miles & More Kreditkarte „unter bestimmten Bedingungen” verhindern lässt. Für Deutschland beschreibt die Fachseite reisetopia die Praxis so: Solange du eine Miles & More Kreditkarte (Blue oder Gold) besitzt, ist der Verfall generell ausgesetzt — ohne Pflicht zur monatlichen Nutzung; nach einer Kündigung bleiben die Meilen mindestens über eine Karenzzeit von drei Monaten nach Quartalsende gültig. Prüfe die exakten Bedingungen vor einer Kartenentscheidung immer in den aktuellen Kartenbedingungen deines Herausgebers — genau solche Details ändern sich gern.
Merksatz: Prämienmeilen sind ein verderbliches Gut. Wer weder Status noch passende Kreditkarte hat, sollte sein Meilenkonto wie einen Joghurt im Kühlschrank behandeln und regelmäßig aufs Ablaufdatum schauen.
Statusmeilen: der Begriff, der nicht sterben will
Jetzt zur Quelle der meisten Verwirrung. Bis Ende 2023 gab es bei Miles & More neben den Prämienmeilen die Statusmeilen: eine zweite Meilenart, die sich grob nach Flugdistanz und Buchungsklasse berechnete und über die man Frequent Traveller oder Senator wurde. Für den HON Circle gab es zusätzlich die HON Circle Meilen, die über einen Zwei-Jahres-Zeitraum gesammelt wurden.
Zum 1. Januar 2024 hat Miles & More dieses System komplett abgeschafft und durch das heutige Points-System ersetzt (nachzulesen z. B. in der ausführlichen Analyse von reisetopia zum neuen Statussystem und bei meilenoptimieren). Die wichtigsten Bruchlinien zwischen Alt und Neu:
| Bis 31.12.2023 (alt) | Seit 1.1.2024 (neu) | |
|---|---|---|
| Statuswährung | Statusmeilen (nach Distanz und Buchungsklasse) | Points + Qualifying Points (fix pro Segment) |
| HON-Währung | HON Circle Meilen (Zwei-Jahres-Zeitraum) | HON Circle Points (pro Kalenderjahr) |
| Distanz zählt? | Ja, Langstrecke in Economy brachte viel | Nur grob (kontinental vs. interkontinental), Kabinenklasse zählt stark |
| Executive Bonus auf Statuswährung | Ja | Abgeschafft |
Die exakten alten Schwellenwerte lassen wir hier bewusst weg: Sie sind seit über zwei Jahren bedeutungslos, und zum Zeitpunkt der Recherche konnten wir sie nicht mehr zuverlässig über offizielle Quellen bestätigen — Miles & More hat die alten Seiten längst ersetzt. Entscheidend ist nur: Wenn dir heute jemand von „Statusmeilen” erzählt, übersetze das im Kopf in „Points”. Der Begriff existiert im Programm nicht mehr.
Points: dein Statuszähler
Points sind das Herz des neuen Systems — und angenehm simpel, sobald man die Logik einmal gesehen hat. Du bekommst sie ausschließlich für Flüge (mit einer kleinen Ausnahme, dazu unten), und zwar pro Flugsegment — also pro Start und Landung, nicht pro Buchung. Die Höhe hängt nur von zwei Dingen ab: Reiseklasse und kontinental oder interkontinental. Der Preis deines Tickets spielt keine Rolle, die exakte Distanz auch nicht.
Die offizielle Tabelle von der Miles & More Erklärseite zum Points-System:
| Points pro Segment | Economy | Premium Economy | Business | First |
|---|---|---|---|---|
| Kontinental | 20 | 20 | 40 | 40 |
| Interkontinental | 60 | 80 | 200 | 400 |
Kontinental heißt: Start und Ziel liegen auf demselben Kontinent. Interkontinental: auf verschiedenen. Eine Besonderheit, die häufiger relevant ist, als man denkt: Ägypten, Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien ordnet Miles & More der Europa-Zone zu — ein Flug nach Marrakesch oder Hurghada ist also ein kontinentaler Flug mit entsprechend wenigen Points.
Drei Dinge solltest du dir zu Points merken:
- Points sind kein Guthaben. Du kannst sie nirgendwo einlösen. Sie sind reine Zähler für die Statusqualifikation.
- Der Qualifikationszeitraum ist das Kalenderjahr. Die Statusschwellen gelten laut Miles & More jeweils „pro Kalenderjahr” — am 1. Januar beginnt die Zählung neu. Einen Übertrag angesammelter Points ins Folgejahr sieht das System nach allem, was offiziell dokumentiert ist, nicht vor; eine wörtliche offizielle Bestätigung für jede Übertrags-Detailfrage konnten wir zum Recherchezeitpunkt allerdings nicht finden.
- Die kleine Ausnahme vom „nur Flüge”-Prinzip: Für qualifizierende Marriott-Bonvoy-Aufenthalte ab zwei Tagen gibt es laut Miles & More 40 Points pro Aufenthalt, maximal 120 Points pro Kalenderjahr. Nett, aber kein Statusprogramm-Ersatz.
Qualifying Points: die Lufthansa-Treue-Komponente
Und was sind jetzt Qualifying Points? Hier steckt die eigentliche Eleganz (oder Gemeinheit, je nach Sichtweise) des Systems.
Qualifying Points sind keine eigene Zählweise — es ist dieselbe Punktzahl aus derselben Tabelle. Der Unterschied liegt nur darin, bei wem du fliegst: Auf Flügen der Lufthansa Group (Lufthansa, SWISS, Austrian, Brussels Airlines, Discover u. a.) und der mitherausgebenden Miles-&-More-Airline-Partner bekommst du Points, die gleichzeitig als Qualifying Points zählen. Auf Flügen mit anderen Star-Alliance-Airlines (etwa United, Air Canada oder Singapore Airlines) bekommst du zwar Points — aber keine Qualifying Points und keine HON Circle Points.
Warum das Ganze? Schau auf die Schwellen: Frequent Traveller verlangt 650 Points und 325 Qualifying Points. Die Qualifying-Points-Anforderung liegt jeweils bei der Hälfte der Points-Anforderung. Im Ergebnis heißt das: Mindestens die Hälfte deines Statusfortschritts muss aus Flügen mit der Lufthansa Group und ihren engen Partnern stammen. Wer überwiegend mit United durch die Welt fliegt und die Flüge nur bei Miles & More gutschreiben lässt, sammelt zwar fleißig Points — bleibt aber trotzdem ohne Status, weil die Qualifying Points fehlen. Das ist gewollt: Der Status soll Lufthansa-Treue belohnen, nicht Star-Alliance-Treue.
Ein Detail für Fortgeschrittene: Weil du Flüge auch anderen Programmen gutschreiben lassen kannst, lohnt vor jedem Partnerflug ein Blick darauf, wo die Gutschrift am meisten bringt — das Werkzeug dafür heißt Where to Credit, das wir in einem eigenen Artikel erklären.
HON Circle Points: die Business-und-First-Sonderwelt
Die dritte Zählwährung ist schnell erklärt: HON Circle Points gibt es ausschließlich für Flüge in Business und First Class — mit denselben Werten aus der Tabelle oben (kontinental Business 40, interkontinental Business 200, First 400). Economy- und Premium-Economy-Flüge bringen null HON Circle Points, egal wie viele es sind. Und wie bei den Qualifying Points gilt: Star-Alliance-Flüge außerhalb der Lufthansa-Group-/Partnerwelt zählen nicht.
Für den HON Circle brauchst du laut offizieller Statusübersicht 6.000 HON Circle Points pro Kalenderjahr. Übersetzt: 30 interkontinentale Business-Segmente (also 15 Langstrecken-Rundreisen) oder eine entsprechende Mischung mit First Class. Der HON Circle ist und bleibt eine Liga für Menschen, deren Arbeitgeber sehr regelmäßig sehr teure Tickets kauft.
Die Statusschwellen auf einen Blick (Stand: August 2026)
| Status | Points | Qualifying Points | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Frequent Traveller (FTL) | 650 | 325 | Kalenderjahr |
| Senator (SEN) | 2.000 | 1.000 | Kalenderjahr |
| HON Circle | 6.000 HON Circle Points | — | Kalenderjahr |
Quelle: miles-and-more.com, Statusübersicht.
Wie lange gilt ein erreichter Status? Laut Miles & More Hilfe ist der Status mindestens ein Jahr gültig und bleibt bis Ende Februar des übernächsten Jahres bestehen. Wer also z. B. im April 2026 die Senator-Schwelle knackt, behält den Status bis Ende Februar 2028. Für die Requalifikation gelten dieselben Schwellen erneut — einen dauerhaften Rabatt fürs Halten gibt es nicht. Daneben existieren Lifetime-Status-Regeln über kumulierte Qualifying Points; die sparen wir uns für den geplanten Status-Artikel auf.
Was dir die einzelnen Stufen konkret bringen (Lounges, Freigepäck, Wartelistenpriorität etc.) und ob sich ein gezielter Statuslauf rechnet, schlüsseln wir im geplanten Artikel zu den Statusvorteilen im Detail auf.
Vier Beispielprofile: So schnell (oder langsam) füllt sich dein Points-Konto
Trockene Tabellen werden erst mit echten Reisemustern greifbar. Vier typische Profile, jeweils mit vollständigem Rechenweg:
Profil 1 — Anna, die Urlaubsfliegerin: Zwei Flugreisen pro Jahr innerhalb Europas in Economy (z. B. Mallorca und Lissabon, jeweils hin und zurück). Das sind 4 kontinentale Economy-Segmente à 20 Points = 80 Points im Jahr. Die FTL-Schwelle von 650 Points ist damit unerreichbar — Anna bräuchte über 16 solcher Reisen pro Jahr. Für Anna ist das Statussystem schlicht irrelevant. Prämienmeilen kann sie trotzdem sinnvoll sammeln (Kreditkarte, Payback und Co.) — nur eben ohne jede Statusambition.
Profil 2 — Ben, der Fernreise-Fan in Economy: Zwei Interkontinental-Reisen pro Jahr in Economy (z. B. Bangkok und New York, je hin und zurück ohne Umstieg) plus drei Europa-Trips. Rechnung: 4 interkontinentale Economy-Segmente à 60 = 240 Points, dazu 6 kontinentale Segmente à 20 = 120 Points. Macht 360 Points — deutlich unter der FTL-Schwelle. Das ist die vielleicht wichtigste Lektion des neuen Systems: Economy-Langstrecke bringt für den Status erstaunlich wenig. Im alten Statusmeilen-System zählte die Distanz, heute zählt vor allem die Kabinenklasse.
Profil 3 — Carla, die Projektberaterin: Wöchentliche Pendelei Frankfurt–Wien in der Business Class, etwa 40 Wochen im Jahr. Rechnung: 80 kontinentale Business-Segmente à 40 = 3.200 Points, allesamt auch Qualifying Points (Lufthansa-Group-Flüge). Carla fliegt am Senator (2.000/1.000) locker vorbei und schafft sogar rechnerisch 3.200 HON Circle Points — für den HON Circle (6.000) reicht es trotzdem bei weitem nicht. Genau so ist das System gebaut: Kontinental-Business bringt solide Statuspunkte, aber der HON bleibt der Interkont-Business/First-Klientel vorbehalten.
Profil 4 — David, der Langstrecken-Geschäftsreisende: Fünf Interkontinental-Reisen pro Jahr in Business mit Lufthansa und SWISS (je 2 Segmente): 10 Segmente à 200 = 2.000 Points = 2.000 Qualifying Points = 2.000 HON Circle Points. David erreicht den Senator auf den Punkt genau. Fliegt er dieselben Strecken dagegen mit United (Star Alliance, aber kein Qualifying-Points-Partner), hätte er 2.000 Points, aber null Qualifying Points — und damit gar keinen Status. Die Airline-Wahl entscheidet.
Entscheidungshilfe: Was ist für dich überhaupt relevant?
| Wenn du … | … dann ist für dich relevant |
|---|---|
| 1–3 Europa-Urlaube pro Jahr fliegst | Nur Prämienmeilen. Points kannst du komplett ignorieren; achte stattdessen auf die 36-Monats-Verfallsregel. |
| 1–2× jährlich Langstrecke in Economy fliegst | Ebenfalls fast nur Prämienmeilen. Prüfe zusätzlich, ob ein anderes Programm (z. B. für deine tatsächlichen Airlines) besser zu dir passt. |
| regelmäßig beruflich in Europa in Business unterwegs bist | Points + Qualifying Points im Blick behalten — FTL (650/325) ist realistisch, SEN je nach Frequenz erreichbar. |
| mehrmals jährlich Interkont-Business fliegst | Alle drei Zähler. Rechne vor Jahresende nach, ob dir wenige Segmente zu SEN oder (theoretisch) HON fehlen. |
| überwiegend mit Star-Alliance-Airlines außerhalb der Lufthansa Group fliegst | Miles & More ist für deinen Status vermutlich das falsche Programm — dir fehlen die Qualifying Points. Vergleiche Alternativen. |
| gar nicht fliegst, aber Punkte sammelst (Karte, Payback) | Nur Prämienmeilen und deren Verfallsschutz. Status ist ohne Flüge nicht erreichbar. |
Wo das System hakt — und wann sich die Beschäftigung damit NICHT lohnt
Ein Erklärartikel wäre unvollständig ohne die Schattenseiten:
- Ticketpreis egal, Klasse entscheidend: Wer günstige Business-Tarife erwischt, sammelt genauso viele Points wie beim Flextarif — fair. Aber umgekehrt bringt ein teures Economy-Flexticket auf Langstrecke magere 60 Points, ein Business-Schnäppchen 200. Das System belohnt die Kabine, nicht deine Ausgaben oder deine Distanz. Vielflieger in Economy sind die klaren Verlierer der Reform.
- Die Qualifying-Points-Falle: Die 50-Prozent-Logik ist leicht zu übersehen. Points allein fühlen sich nach Fortschritt an, zählen ohne Qualifying Points aber nicht zum Status.
- Points sind wertlos, wenn die Schwelle reißt: 640 Points am 31. Dezember sind exakt null Status wert, und im neuen Jahr beginnt die Zählung von vorn. Das alte System kannte mit dem Zwei-Jahres-Fenster für HON mehr Puffer.
- Verfall bleibt ein echtes Risiko: Ohne Status oder passende Kreditkarte verfallen Prämienmeilen nach 36 Monaten — und die Einlösung zum guten Wert ist wegen Dynamic Pricing ohnehin anspruchsvoller geworden (eigener Artikel geplant).
Wann lohnt sich die Beschäftigung mit Points & Co. nicht? Ganz klar: Wenn du wie Anna oder Ben fliegst — wenige Trips, Economy —, ist jede Minute Statusoptimierung verschwendete Zeit. Die Schwellen sind für dieses Profil nicht erreichbar, und ein „Statuslauf” (extra fliegen für Punkte) rechnet sich für Privatreisende nur in seltenen Ausnahmefällen. Konzentriere dich stattdessen auf zwei Fragen: Sammle ich Prämienmeilen zu vernünftigen Kosten, und löse ich sie ein, bevor sie verfallen? Und selbst das lohnt nicht für jeden — auch dazu haben wir einen ehrlichen Realitätscheck in Planung.
Und die anderen? So heißen die Währungen bei BA und Flying Blue
Die Zwei-Währungs-Logik — einlösbares Guthaben hier, Statuszähler dort — ist kein Miles-&-More-Sonderweg, sondern Branchenstandard. Nur die Namen und die Bemessungsgrundlagen unterscheiden sich:
The British Airways Club (früher Executive Club): Das Guthaben heißt Avios, der Statuszähler Tier Points. Seit dem 1. April 2025 vergibt BA Tier Points nach Umsatz statt nach Distanz — laut britishairways.com hängen Avios und Tier Points „vom ausgegebenen Betrag statt von der geflogenen Distanz” ab. Die Schwellen: Bronze 3.500, Silver 7.500, Gold 20.000 Tier Points; sie verfallen jeweils zum Ende des Sammeljahres am 31. März. BA ist damit noch konsequenter als Miles & More: Dort zählt buchstäblich nur, wie viel Geld du ausgibst.
Flying Blue (Air France/KLM): Das Guthaben heißt schlicht Meilen, der Statuszähler XP (Experience Points). XP gibt es laut klm.de abhängig von Reiseklasse und Strecke: Silver ab 100 XP, Gold ab 180 XP innerhalb eines 12-monatigen Qualifikationszeitraums; für den Top-Level Ultimate braucht es 900 UXP. Den exakten XP-Wert für Platinum konnten wir zum Recherchezeitpunkt nicht direkt aus der offiziellen Seite bestätigen. Interessant im Vergleich: Flying Blue startet den 12-Monats-Zähler individuell statt starr am Kalenderjahr.
Die Übersetzungstabelle für Gespräche mit Vielflieger-Freunden:
| Programm | Einlösbares Guthaben | Statuszähler |
|---|---|---|
| Miles & More | Prämienmeilen | Points / Qualifying Points / HON Circle Points |
| British Airways Club | Avios | Tier Points (umsatzbasiert) |
| Flying Blue | Meilen | XP |
Welches dieser Programme zu deinem Reiseprofil passt, ist eine eigene — und wichtigere — Frage als jede Begriffskunde; auch dazu ist ein ausführlicher Vergleich geplant.
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Fazit: Drei Währungen, eine einfache Landkarte
Die Verwirrung um Prämienmeilen, Statusmeilen und Qualifying Points löst sich fast vollständig auf, sobald man drei Sätze verinnerlicht: Prämienmeilen sind Geld, Points sind Statusfortschritt, Statusmeilen sind Geschichte. Dazu die beiden Sonderregeln — Qualifying Points erzwingen Lufthansa-Group-Treue, HON Circle Points erzwingen Business oder First — und du liest deinen Kontoauszug ab sofort ohne Stirnrunzeln.
Für die Einordnung nach Profil: Als Gelegenheits- oder Economy-Flieger brauchst du vom Statussystem nur zu wissen, dass es dich nicht betrifft — deine Aufmerksamkeit gehört den Prämienmeilen und ihrem Verfallsdatum. Als regelmäßiger Business-Flieger innerhalb Europas ist der Frequent Traveller realistisch und der Senator rechenbar; hier lohnt es sich, Qualifying Points aktiv zu verfolgen und die Airline-Wahl danach auszurichten. Und wenn du überwiegend außerhalb der Lufthansa-Welt fliegst, ist die ehrlichste Empfehlung dieses Artikels: Miles & More ist dann vermutlich nicht dein Statusprogramm — egal wie gut du seine Begriffe jetzt verstehst.
FAQ
Gibt es Statusmeilen bei Miles & More noch? Nein. Statusmeilen (und HON Circle Meilen) wurden zum 1. Januar 2024 abgeschafft. Seitdem läuft die Statusqualifikation über Points, Qualifying Points und HON Circle Points. Ältere Artikel und Forenbeiträge, die von Statusmeilen sprechen, beschreiben das alte System.
Was ist der Unterschied zwischen Prämienmeilen und Points? Prämienmeilen sind einlösbares Guthaben für Prämienflüge, Upgrades und Prämien. Points sind reine Statuszähler pro Kalenderjahr und lassen sich nicht einlösen. Beide werden getrennt geführt — ein Flug bringt in der Regel beides gleichzeitig.
Kann ich Points oder Qualifying Points für Flüge einlösen? Nein. Eingelöst werden können ausschließlich Prämienmeilen. Points, Qualifying Points und HON Circle Points dienen nur der Statusqualifikation.
Wie lange sind Prämienmeilen gültig? Grundsätzlich 36 Monate ab der Aktivität; sie verfallen zum Quartalsende. Ausnahmen gelten für Statusinhaber (FTL/SEN/HON) und — in Deutschland nach den aktuellen Bedingungen — für Inhaber einer Miles & More Kreditkarte. (Stand: August 2026)
Wie viele Points brauche ich für Frequent Traveller und Senator? Frequent Traveller: 650 Points, davon mindestens 325 Qualifying Points. Senator: 2.000 Points, davon mindestens 1.000 Qualifying Points — jeweils innerhalb eines Kalenderjahres. Für den HON Circle: 6.000 HON Circle Points pro Kalenderjahr. (Stand: August 2026)
Zählen Flüge mit Star-Alliance-Airlines wie United für den Status? Teilweise. Sie bringen Points, aber keine Qualifying Points und keine HON Circle Points. Da jede Statusstufe auch Qualifying Points verlangt, reicht Star-Alliance-Fliegen allein nie für einen Miles-&-More-Status.
Verfallen meine Points am Jahresende? Die Statusqualifikation läuft pro Kalenderjahr; am 1. Januar beginnt die Zählung neu. Erreichte Status bleiben dabei bis Ende Februar des übernächsten Jahres gültig.
Was zählt als interkontinentaler Flug? Ein Segment, dessen Start und Ziel auf verschiedenen Kontinenten liegen. Wichtig: Ägypten, Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien rechnet Miles & More zur Europa-Zone — Flüge dorthin gelten als kontinental.
Quellen
- Miles & More — Statusübersicht (Schwellenwerte FTL/SEN/HON)
- Miles & More — So funktioniert das Points-System (Points-Tabelle, Qualifying Points, HON Circle Points, Kontinent-Zuordnung, Marriott)
- Miles & More — Gültigkeit von Prämienmeilen (36 Monate, Quartalsende)
- Miles & More — Meilen vor Verfall schützen (Status, Kreditkarte)
- Miles & More — Gültigkeit des Vielfliegerstatus (bis Ende Februar des übernächsten Jahres)
- Miles & More — Meilen und Points im Überblick
- British Airways — About Tier Points (umsatzbasiert seit 1.4.2025, Schwellen, Verfall 31. März)
- KLM — Flying Blue Mitgliedsstatus und XP
- reisetopia — Miles & More Meilenverfall (Kreditkarten-Details Deutschland)
- reisetopia — Das neue Miles & More Statussystem (Reform 2024, altes System)
- meilenoptimieren — Das neue Miles & More Statusprogramm (Reformdatum, Einordnung)
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