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Prämienflüge

seats.aero und Where to Credit erklärt: Zwei Werkzeuge, die dir Stunden sparen

26. August 2026 · 18 Min. Lesezeit · Leonardo Rupprecht

Du suchst einen Prämienflug in der Business Class und klickst dich seit zwei Stunden durch den Kalender auf der Aeroplan-Seite — Tag für Tag, Route für Route. Oder du hast gerade einen bezahlten Flug mit Turkish Airlines gebucht und fragst dich, ob die Meilen zu Miles & More sollen oder doch woanders hin — und die Antwort versteckt sich irgendwo in einem Forenthread von 2023. Beides sind Aufgaben, die manuell Stunden fressen und mit dem richtigen Werkzeug Minuten dauern.

Genau dafür gibt es zwei Tools, die in fast jede Meilen-Toolbox gehören: seats.aero beantwortet die Frage „Wo ist gerade ein Prämienflug verfügbar?“, Where to Credit die Frage „Welchem Programm schreibe ich meinen bezahlten Flug gut?”. In diesem Guide bekommst du beide erklärt — mit Schritt-für-Schritt-Workflows, ehrlichen Grenzen und einer klaren Antwort, wann du sie brauchst und wann nicht.

Kurz gesagt: seats.aero durchsucht zwischengespeicherte Award-Verfügbarkeit von rund zwei Dutzend Vielfliegerprogrammen gleichzeitig — kostenlos bis 60 Tage im Voraus, mit Pro (9,99 $/Monat) bis zu einem Jahr, inklusive Alerts. Where to Credit zeigt dir kostenlos, wie viele Meilen dein bezahlter Flug in welchem Programm bringt — abhängig von deiner Buchungsklasse, die darüber entscheidet, ob du 100 % oder 0 % der Flugdistanz gutgeschrieben bekommst. Keines der beiden Tools bucht für dich, und keines ersetzt den finalen Check auf der Programm-Website.

Stand: August 2026. Preise, unterstützte Programme und Gutschriftsraten können sich jederzeit ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben auf seats.aero, wheretocredit.com und beim jeweiligen Vielfliegerprogramm.

Zwei Tools, zwei Probleme — verwechsle sie nicht

Bevor wir einsteigen, eine saubere Abgrenzung, weil die beiden Tools in Foren oft in einem Atemzug genannt werden, aber nichts miteinander zu tun haben:

seats.aeroWhere to Credit
FrageWo kann ich Meilen einlösen?Wo soll ich Meilen sammeln?
SituationDu hast Meilen/Punkte und suchst einen PrämienflugDu hast einen bezahlten Flug gebucht
ErgebnisVerfügbare Award-Sitze nach Datum, Route, KlasseGutschriftsraten je Vielfliegerprogramm
KostenFree-Version + Pro (9,99 $/Monat)komplett kostenlos

seats.aero: Award-Verfügbarkeit finden, ohne 30 Kalender zu durchklicken

Was es ist: seats.aero nennt sich selbst „the fastest search engine for award travel” — eine Suchmaschine für Prämienflug-Verfügbarkeit, gegründet und betrieben vom US-Entwickler Ian Carroll. Die Grundidee: Statt dass du selbst zehn Programm-Websites durchsuchst, fragt seats.aero laufend die Verfügbarkeit auf zehntausenden Routen ab (laut About-Seite über 86.000 getrackte Routen) und speichert die Ergebnisse. Deine Suche läuft gegen diesen Cache — also gegen zwischengespeicherte Daten — und ist deshalb in Sekunden fertig, wo eine Live-Suche Minuten dauern würde.

Dieses Cache-Prinzip ist gleichzeitig die größte Stärke und die wichtigste Schwäche des Tools — dazu unten mehr.

Die drei Kernfunktionen:

  1. Search: Die klassische Suche — Abflughafen (auch mehrere gleichzeitig, etwa FRA, MUC und ZRH), Ziel, Zeitraum, Kabinenklasse. Als Ergebnis siehst du, welches Programm an welchem Tag wie viele Meilen für die Route aufruft.
  2. Explore: Die umgekehrte Richtung — du stöberst ohne festes Ziel durch verfügbare Awards, sortier- und filterbar nach Programm, Kabine, Region und Preis. Ideal für „Ich will irgendwann irgendwo Business fliegen, Hauptsache günstig”.
  3. Alerts: Du hinterlegst Route, Zeitraum und Kabine — seats.aero benachrichtigt dich, sobald Verfügbarkeit auftaucht. E-Mail-Alerts sind auch im Free-Tarif unbegrenzt, SMS-Alerts gibt es nur mit Pro. Für begehrte Verbindungen (Lufthansa First, Qsuite) ist das die realistischste Methode, überhaupt an Sitze zu kommen.

Dazu kommt eine Browser-Extension für Chrome, Firefox und Chromium-Browser (nicht Safari), die dir direkt bei Google Flights neben dem Barpreis anzeigt, was der Flug als Award kosten würde — laut offizieller FAQ auch für Free-Nutzer, dann mit den üblichen 60-Tage- und Cache-Grenzen.

Welche Programme deckt seats.aero ab? Laut dem ausführlichen AwardWallet-Guide (Juli 2026) sind es aktuell 24 Programme — eine offizielle Gesamtliste direkt von seats.aero konnte ich zum Recherchezeitpunkt nicht abrufen, die Zahl stammt also aus zweiter Hand. Für Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind vor allem diese dabei:

  • Lufthansa Miles & More — inzwischen mit eigener Explore-Seite; lange fehlte das Programm, jetzt wird es getrackt
  • Air Canada Aeroplan und United MileagePlus — die beiden wichtigsten Star-Alliance-Hebel, um Lufthansa-Group-Flüge zu finden
  • Air France/KLM Flying Blue, Singapore KrisFlyer, SAS EuroBonus, Qatar Privilege Club, Emirates Skywards — allesamt Amex-Transferpartner in Deutschland
  • Turkish Miles&Smiles, Etihad Guest, Finnair Plus, Virgin Atlantic Flying Club sowie die großen US-Programme (AAdvantage, Delta SkyMiles, Alaska Atmos Rewards)

Zwei Lücken solltest du kennen: British Airways Avios wird nicht direkt getrackt — BA-Verfügbarkeit siehst du nur indirekt über Partnerprogramme. Und Avianca LifeMiles steht nicht auf der aktuellen Programmliste, obwohl das Programm in der Community als Star-Alliance-Buchungsweg beliebt ist. Falls dir ein Programm wichtig ist, prüfe die Abdeckung vor einem Pro-Abo direkt auf der Website.

Free vs. Pro — was bekommst du wofür?

FunktionFreePro (9,99 $/Monat bzw. 99,99 $/Jahr)
Suchfensterbis 60 Tage im Vorausbis zu 1 Jahr im Voraus
Alertsunbegrenzt per E-Mailunbegrenzt, zusätzlich per SMS
Erweiterte Filter (nur Direktflüge, Gebühren, dynamische Preise ausblenden)
Live-Suche (bei unterstützten Programmen)— (nur Cache)
Sitzpläne & Fare-Class-Viewer
Programme aus der Suche ausschließen
Werbungjanein
API-Zugang

Preise laut seats.aero-About-Seite bzw. AwardWallet/Upgraded Points, Stand August 2026. In den App-Stores können die Abopreise abweichen.

Meine Einordnung: Die Free-Version reicht völlig, um das Tool kennenzulernen und kurzfristige Trips zu suchen. Sobald du aber Langstrecken-Awards planst — und die tauchen oft 6 bis 11 Monate im Voraus auf —, ist das 60-Tage-Fenster zu kurz. Dann lohnt sich Pro für die Monate, in denen du aktiv suchst. Ein Abo lässt sich auch nur für ein, zwei Monate nehmen und wieder kündigen.

Workflow 1: „Ich habe Amex-Punkte und will Business nach Asien”

Das dürfte der häufigste Anwendungsfall für DACH-Leser sein. So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Kläre zuerst, welche Programme du überhaupt erreichen kannst. Deutsche Membership-Rewards-Punkte lassen sich unter anderem zu Flying Blue (5:4), Singapore KrisFlyer (3:2), Qatar Privilege Club (3:2), SAS EuroBonus (5:4), Emirates Skywards (2:1) und Cathay Asia Miles (3:2) übertragen — nicht direkt zu Miles & More (das geht nur über den Umweg Payback, mit Verlust). Die vollständige Liste mit Verhältnissen findest du bei reisetopia (Stand 2026). Nur nach diesen Programmen zu suchen erspart dir Frust über Awards, die du gar nicht buchen kannst.
  2. Öffne seats.aero → Search. Trage als Abflughäfen FRA, MUC, ZRH oder VIE ein (mehrere gleichzeitig sind möglich), als Ziel die gewünschten Airports in Asien — etwa BKK, SIN, NRT/HND — und wähle Business als Kabine.
  3. Wähle den Zeitraum. Mit Free maximal 60 Tage voraus; für eine Reise in 8 Monaten brauchst du Pro. Flexibilität beim Datum erhöht deine Chancen massiv.
  4. Filtere auf deine Amex-erreichbaren Programme. Mit Pro kannst du irrelevante Programme direkt ausschließen; mit Free ignorierst du sie manuell in der Ergebnisliste.
  5. Prüfe bei jedem Treffer das Feld „Last Seen”. Es zeigt, wann seats.aero die Verfügbarkeit zuletzt gesehen hat. Ein Treffer von vor 20 Minuten ist belastbar, einer von gestern Abend kann längst weg sein.
  6. Verifiziere den Award auf der Programm-Website, bevor du irgendetwas transferierst — also z. B. direkt bei Flying Blue oder KrisFlyer einloggen und die Verbindung suchen. Erst wenn der Sitz dort buchbar angezeigt wird, geht es weiter.
  7. Transferiere erst jetzt deine Amex-Punkte. Punkte-Transfers sind unumkehrbar — überweise nie Punkte für einen Award, den du nur bei seats.aero gesehen hast. Bedenke auch, dass Transfers je nach Programm von Minuten bis zu mehreren Tagen dauern können; in der Zeit kann der Sitz verschwinden. Das ist das Restrisiko dieses Spiels, und kein Tool nimmt es dir ab.
  8. Buche den Flug direkt beim Programm — seats.aero selbst hat keine Buchungsfunktion.
  9. Kein Treffer? Lege einen Alert an mit Route, Zeitraum und Kabine und warte, statt täglich manuell zu suchen. Genau hier spielt das Tool seine Stärke aus.

Where to Credit: Die richtige Gutschrift für bezahlte Flüge

Jetzt zur zweiten, komplett anderen Frage: Du hast einen bezahlten Flug — wohin mit den Meilen? Viele lassen die Gutschrift reflexartig ins Programm der Airline laufen, mit der sie fliegen. Das ist oft die schlechteste Option. Fast jede Airline gehört zu einer Allianz oder hat bilaterale Partner, und du darfst den Flug bei irgendeinem dieser Partnerprogramme gutschreiben lassen — mit teils drastisch unterschiedlichen Raten.

Was es ist: Where to Credit ist ein kostenloses Vergleichstool, das inzwischen vom deutschen Reise-Deal-Portal Travel-Dealz betrieben wird. Es deckt über 100 Airlines und mehr als 50 Vielfliegerprogramme ab und ist in 13 Sprachen verfügbar, auch auf Deutsch. Das Prinzip ist simpel: Airline auswählen, Buchungsklasse eingeben — und du siehst tabellarisch, wie viel Prozent der geflogenen Distanz dir jedes infrage kommende Programm gutschreibt. Zusätzlich gibt es einen Meilenrechner, in den du deine komplette Route eingibst und der dir neben Prämienmeilen inzwischen auch Statusmeilen bzw. Qualifying-Werte für viele Programme ausweist.

Warum die Buchungsklasse alles entscheidet: Die Buchungsklasse ist ein einzelner Buchstabe (Y, B, K, P …), der den Tarif deines Tickets kennzeichnet — nicht zu verwechseln mit der Reiseklasse (Economy, Business). Zwei Passagiere in derselben Economy-Reihe können in völlig verschiedenen Buchungsklassen sitzen und entsprechend verschieden Meilen sammeln. Wie groß der Unterschied ist, zeigt das Beispiel Turkish Airlines auf Where to Credit: Ein Ticket in der Billig-Buchungsklasse P oder U bringt beim hauseigenen Miles&Smiles gerade einmal 25 % der Distanz — und bei den meisten Partnerprogrammen 0 %. Ein flexibles Economy-Ticket in Y oder B bringt dagegen 100 % oder mehr, und zwar auch bei Partnern wie Miles & More, Aeroplan oder United. Zwischen „gar nichts” und „voller Gutschrift” liegt also nur ein Tarifbuchstabe. Besonders bitter sind Economy-Light-Tarife: Sie stecken fast immer in den untersten Buchungsklassen und bringen bei vielen Partnerprogrammen schlicht null.

So findest du deine Buchungsklasse heraus:

  1. In der Buchungsbestätigung: Bei den meisten Airlines steht sie in der Bestätigungs-Mail oder im E-Ticket bei den Tarifdetails — als einzelner Buchstabe, oft in Klammern hinter der Reiseklasse („Economy (K)“) oder als „Buchungsklasse/Booking Class: K”.
  2. Während der Buchung: Viele Airlines (auch Lufthansa) zeigen die Buchungsklasse in den Tarifbedingungen oder Tarifdetails an, bevor du bezahlst — ein Klick auf „Tarifdetails” oder „Fare Conditions” genügt meist.
  3. In der Buchungsverwaltung: Unter „Meine Buchung” auf der Airline-Website findet sich die Klasse meist in den Flugdetails.
  4. Im Zweifel: kurz die Airline-Hotline oder den Chat fragen — die Buchungsklasse ist keine Geheiminformation.

Die Miles-&-More-Besonderheit, die Where to Credit nur teilweise abbildet: Seit der großen Reform gilt bei Miles & More eine geteilte Logik. Auf Flügen der Lufthansa Group sammelst du Prämienmeilen umsatzbasiert — im Basistarif 4 Meilen pro Euro Flugpreis (ohne Steuern und Gebühren), mit Status mehr. Die klassische „Prozent der Distanz je Buchungsklasse”-Logik, mit der Where to Credit arbeitet, gilt bei Miles & More nur noch für Partnerflüge — etwa deinen Turkish- oder United-Flug. Und der Status läuft komplett getrennt über das Points-System: Points gibt es als Fixwert pro Segment, abhängig nur von Reiseklasse und Kontinental/Interkontinental (z. B. 20 Points für Kontinental-Economy, 200 für Interkontinental-Business) — die Buchungsklasse ist dafür egal. Qualifying Points für den Statusaufstieg gibt es zudem nur auf Flügen der Lufthansa Group und der mitherausgebenden Partnerairlines. Heißt konkret: Für die Frage „Wie viele Prämienmeilen bringt mein Partnerflug bei M&M?” ist Where to Credit das richtige Tool. Für die Frage „Bringt mich dieser Flug meinem Status näher?” musst du zusätzlich die Points-Logik von Miles & More selbst prüfen.

Workflow 2: „Ich habe einen bezahlten Turkish-Airlines-Flug — wohin gutschreiben?”

  1. Buchungsklasse ermitteln (siehe oben) — sagen wir, in deiner Bestätigung steht „Economy (V)“.
  2. Where to Credit öffnen, Turkish Airlines auswählen, Buchungsklasse V eingeben — oder direkt die Turkish-Übersicht unter wheretocredit.com/en/TK aufrufen.
  3. Tabelle lesen: Für V zeigt das Tool zum Recherchezeitpunkt 50 % bei Miles&Smiles und ausgewählten Partnern, 25 % bei Aeroplan — und 0 % bei vielen anderen. Bei einer besseren Klasse wie B stünden fast überall 100 %.
  4. Nicht nur die höchste Prozentzahl wählen, sondern das nützlichste Programm. 50 % in einem Programm, in dem du nie genug Meilen für eine Prämie zusammenbekommst, sind weniger wert als 50 % dort, wo du ohnehin sammelst. Berücksichtige auch Meilenverfall und ob du im Programm Statusfortschritt brauchst.
  5. Statusfrage separat prüfen: Willst du zu Miles & More gutschreiben, bedenke: Prämienmeilen nach Where-to-Credit-Tabelle ja, Points nach der M&M-Fixwert-Logik ebenfalls (Star-Alliance-Flug), aber keine Qualifying Points, da Turkish keine mitherausgebende Partnerairline ist.
  6. Vielfliegernummer des gewählten Programms in die Buchung eintragen — vor dem Abflug, direkt in der Buchungsverwaltung oder beim Check-in. Nachträgliche Gutschrift geht bei den meisten Programmen einige Monate lang, ist aber mehr Aufwand.
  7. Bordkarte und Rechnung aufheben, bis die Meilen gutgeschrieben sind — bei Partnergutschriften dauert das gern mal ein paar Wochen, und für Reklamationen brauchst du die Belege.

Drei Praxisszenarien

Szenario 1 — Die Amex-Sammlerin (250.000 MR-Punkte, flexibel): Anna will nächstes Frühjahr Business nach Japan. Sie nimmt seats.aero Pro für zwei Monate, sucht FRA/MUC → NRT/HND, filtert auf Flying Blue, KrisFlyer und EuroBonus und legt Alerts für März und April an. Nach zwei Wochen meldet ein Alert Verfügbarkeit; sie verifiziert auf der Programmseite, transferiert die Punkte und bucht. Ohne Tool hätte sie wochenlang täglich mehrere Kalender geprüft.

Szenario 2 — Der Gelegenheitsflieger mit Economy-Light-Ticket: Ben fliegt einmal im Jahr in den Urlaub, diesmal Turkish in Buchungsklasse P. Where to Credit zeigt ihm: 25 % bei Miles&Smiles, 0 % fast überall sonst. Die realistische Erkenntnis: Bei diesem Ticket gibt es fast nichts zu holen — die Nummer einzutragen kostet nichts, aber eine Strategie muss er daraus nicht bauen. Genau diese Ehrlichkeit spart ihm die Stunde Forenrecherche.

Szenario 3 — Die Statusjägerin: Carla fliegt beruflich oft Star Alliance und sammelt für den Senator. Für sie ist Where to Credit nur die halbe Antwort: Entscheidend ist die M&M-Points-Logik — und Qualifying Points bringen nur Lufthansa-Group- und Co-Issuing-Partnerflüge. Sie nutzt Where to Credit für die Prämienmeilen-Frage bei Partnerflügen und plant Statusflüge separat nach dem Points-System.

Ergänzende Tools für deine Toolbox

  • AwardWallet: Behalte alle Programme im Blick — das Tool trackt Punktestände, Status und Verfallsdaten von über 600 Loyalty-Programmen an einem Ort und erinnert dich, bevor Meilen verfallen. Die Basisversion ist kostenlos.
  • FlightConnections: Zeigt auf einer interaktiven Weltkarte, wer wohin nonstop fliegt — ideal, um vor der Award-Suche herauszufinden, welche Airlines deine Route überhaupt bedienen. Grundfunktionen kostenlos, Premium ab 1,99 €/Monat.
  • ExpertFlyer: Das Profi-Werkzeug für Buchungsklassen-Verfügbarkeit, Award-/Upgrade-Inventar und Sitzplatz-Alerts; mit kostenlosem Basis-Zugang (1 Alert) und Bezahltarifen ab 5,99 $/Monat (jährliche Abrechnung). Eher für Fortgeschrittene, die tiefer graben wollen als seats.aero reicht.

Welches Tool für welches Problem?

Wenn du …… dann nimm
Meilen hast und einen Prämienflug suchstseats.aero (Search/Explore)
auf einen ausgebuchten Award wartestseats.aero Alerts
einen bezahlten Flug gebucht hast und die Gutschrift optimieren willstWhere to Credit
wissen willst, welche Airline deine Wunschroute nonstop fliegtFlightConnections
den Überblick über viele Programme und Verfallsdaten verlierstAwardWallet
als Profi einzelne Buchungsklassen und Upgrade-Inventar beobachten willstExpertFlyer
wissen willst, ob sich ein Flug für deinen M&M-Status lohntMiles & More Points-Tabelle (nicht Where to Credit)
einen konkreten Award verbindlich prüfen und buchen willstdie Programm-Website selbst

Wann dir diese Tools NICHT weiterhelfen

Ein Werkzeug-Guide ohne diesen Abschnitt wäre unehrlich — beide Tools haben klare Grenzen:

  • Cache statt Echtzeit (seats.aero): Die Ergebnisse sind zwischengespeichert. Die offizielle Knowledge Base beschreibt das Problem selbst als „Phantom-Verfügbarkeit”: Ein Award wird angezeigt, ist beim Klick aber schon weg, weil die Daten veraltet sind oder Airline-Systeme träge synchronisieren. Prüfe immer „Last Seen” und verifiziere auf der Programmseite — vor allem, bevor du Punkte transferierst.
  • Keine Buchung: Weder seats.aero noch Where to Credit können buchen oder gutschreiben. Die eigentliche Transaktion läuft immer beim Programm bzw. der Airline.
  • Dynamische Preise machen „Verfügbarkeit” unscharf: Bei Programmen mit Dynamic Pricing — allen voran Miles & More auf eigenen Flügen — gibt es kaum noch das klassische „Award-Kontingent offen oder zu”. Irgendein Preis ist fast immer verfügbar, nur eben oft absurd hoch. seats.aero kann dir helfen, günstige Datenpunkte zu finden (Pro kann dynamische Treffer sogar herausfiltern), aber die alte Logik „Tool zeigt Sitz = Schnäppchen” gilt hier nicht.
  • Programmlücken: British Airways Avios wird nicht direkt getrackt, Avianca LifeMiles steht Stand August 2026 nicht auf der Programmliste. Wenn dein Zielprogramm fehlt, hilft dir das schönste Interface nichts.
  • Where to Credit ist eine Datenbank, keine Garantie: Die Raten werden aus den Earning-Tabellen der Programme gepflegt; Programme ändern diese Tabellen aber laufend. Verbindlich ist allein die offizielle Earning-Tabelle des Programms — bei größeren Beträgen lohnt der Gegencheck.
  • Statuslogik nur teilweise: Der Rechner weist zwar inzwischen Qualifying-Werte für viele Programme aus, aber Sonderlogiken wie das umsatzbasierte Sammeln bei Miles & More auf Lufthansa-Group-Flügen oder die fixen M&M-Points je Segment bildet die klassische Prozent-Tabelle nicht ab.
  • Sie ersetzen keine Strategie: Kein Tool sagt dir, ob 80.000 Meilen für einen Flug ein guter Deal sind oder ob du überhaupt sammeln solltest. Dafür brauchst du eine Wertrechnung — und ein realistisches Bild deines Reiseprofils.

Transparenz: PunkteRadar kann über einige Links Provisionen erhalten. Das beeinflusst nicht unsere Bewertung. Die Links zu seats.aero, Where to Credit und den weiteren Tools in diesem Artikel sind gewöhnliche, unbezahlte Verlinkungen — wir empfehlen Werkzeuge nur, wenn sie aus unserer Sicht zum jeweiligen Nutzerprofil passen. Wenn sich etwas für dich nicht lohnt (etwa seats.aero Pro bei rein kurzfristigen Suchen), sagen wir das ebenfalls.

Fazit: Wer braucht welches Tool?

Where to Credit ist ein No-Brainer für praktisch jeden, der überhaupt fliegt: kostenlos, zwei Klicks, und du weißt vor jedem bezahlten Flug, ob und wo sich die Gutschrift lohnt. Selbst wenn die Antwort oft „fast nirgends, dein Tarif ist zu billig” lautet — auch das ist eine wertvolle Antwort.

seats.aero lohnt sich abgestuft: Wenn du nur alle paar Jahre einen Prämienflug buchst und kurzfristig flexibel bist, reicht die Free-Version völlig. Wenn du gezielt Langstrecke in Business oder First einlösen willst — der Fall, für den sich das Meilensammeln meist erst richtig rechnet —, sind die 9,99 $/Monat für Pro während der aktiven Suchphase gut investiert; danach kannst du wieder kündigen. Wer dagegen fast ausschließlich Miles & More mit dynamischen Preisen auf Lufthansa-eigenen Flügen einlöst, hat vom Tool weniger: Dort gibt es selten die Kontingent-Schnäppchen, für die seats.aero gebaut wurde.

Und für beide gilt: Sie sind Suchwerkzeuge, keine Buchungsmaschinen. Die letzte Meile — verifizieren, transferieren, buchen, Nummer eintragen — bleibt Handarbeit. Aber es ist der Unterschied zwischen zwei Stunden Kalender-Klicken und zwei Minuten Nachschlagen.

FAQ

Ist seats.aero kostenlos? Ja, mit Einschränkungen: Die Free-Version durchsucht den Cache bis 60 Tage im Voraus und bietet unbegrenzte E-Mail-Alerts. Pro (9,99 $/Monat oder 99,99 $/Jahr, Stand August 2026) erweitert das Fenster auf bis zu ein Jahr und ergänzt Filter, SMS-Alerts und Live-Suche bei unterstützten Programmen.

Kann ich über seats.aero direkt buchen? Nein. seats.aero zeigt nur Verfügbarkeit an; gebucht wird immer beim jeweiligen Vielfliegerprogramm. Verifiziere den Award dort, bevor du Punkte überträgst — Transfers sind unumkehrbar.

Unterstützt seats.aero Miles & More? Ja, Miles & More gehört inzwischen zu den getrackten Programmen und hat eine eigene Explore-Seite. Beachte aber: Auf Lufthansa-Group-Flügen preist Miles & More Awards weitgehend dynamisch, dadurch ist „Verfügbarkeit” dort weniger aussagekräftig als bei Programmen mit festen Award-Kontingenten.

Warum zeigt seats.aero einen Flug, den ich beim Programm nicht buchen kann? Das ist die sogenannte Phantom-Verfügbarkeit: Die Daten stammen aus einem Zwischenspeicher, und Award-Sitze können zwischen zwei Aktualisierungen vergriffen sein — oder Airline-Systeme synchronisieren verzögert. Das Feld „Last Seen” zeigt dir, wie frisch ein Treffer ist.

Was ist eine Buchungsklasse und wo finde ich sie? Ein einzelner Tarif-Buchstabe (Y, B, K, P …), der über deine Meilengutschrift entscheidet — unabhängig davon, ob du Economy oder Business fliegst. Du findest ihn in der Buchungsbestätigung bzw. im E-Ticket bei den Tarifdetails, während der Buchung unter „Tarifbedingungen” oder in der Buchungsverwaltung der Airline.

Lohnt sich die Gutschrift bei einem Economy-Light-Ticket überhaupt? Oft kaum: Billigste Buchungsklassen bringen bei vielen Programmen 0 bis 25 % der Distanz — bei Turkish Airlines etwa zeigt Where to Credit für die Klassen P und U bei den meisten Partnern 0 %. Eintragen kostet nichts, aber erwarte keine nennenswerte Gutschrift.

Zeigt Where to Credit auch Statusmeilen an? Für viele Programme weist der Rechner inzwischen auch Qualifying-Werte aus. Sonderfälle wie die Miles-&-More-Points (Fixwerte je Segment, unabhängig von der Buchungsklasse) oder das umsatzbasierte Sammeln auf Lufthansa-Group-Flügen musst du aber direkt beim Programm nachschlagen.

Was kostet Where to Credit? Nichts — das Tool ist komplett kostenlos und wird vom deutschen Portal Travel-Dealz betrieben, auch in deutscher Sprache.

Quellen

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